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Sterne & Milchstraße fotografieren

Allgemeine Informationen

Das Fotografieren von Sternen und der Milchstraße ist eine schöne Herausforderung. Natürlich kann man mit seinem Handy oder seiner Kamera ein „Knopfdruckfoto“ machen. Und zweifellos wird „etwas” auf Ihrem Foto zu sehen sein. Aber um ein schönes, klares, scharfes und farbenfrohes Foto vom Nachthimmel und insbesondere von diesem Juwel, der Milchstraße, zu machen, braucht es doch etwas mehr Wissen, Können, Ausrüstung und Durchhaltevermögen. Ich erkläre Ihnen, wie das geht.

Tipp: Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Sie das Himmelsphänomen „Polarlicht“ fotografieren können, verweisen wir Sie gerne auf unseren speziellen Artikel zu diesem Thema:„Polarlicht fotografieren“. Im Folgenden behandeln wir die allgemeine Astrofotografie.

Wie mache ich ein einfaches Astrofoto?

Eigentlich kann jeder mit begrenzten Mitteln ein Astrofoto machen. Richten Sie Ihre Kamera auf den Himmel und stellen Sie sie scharf. Verwenden Sie dabei ein möglichst lichtstarkes Objektiv und fotografieren Sie so lange wie möglich.

Beim Betrachten Ihres Ergebnisses werden Sie jedoch schnell feststellen, dass Sie hierfür am besten ein Stativ verwenden, da Sie mit einer Belichtungszeit von mehreren Sekunden arbeiten müssen. Und so lange können Sie Ihre Kamera/Objektiv-Kombination nicht bewegungslos halten. Die Mindestausrüstung besteht also aus: Kamera + Stativ.

Die Botschaft für Anfänger lautet: Fangen Sie ganz einfach an und steigern Sie später den Schwierigkeitsgrad. Beginnen Sie damit, Ihre Kamera auf ein Stativ zu stellen, wählen Sie ein Weitwinkelobjektiv (damit haben Sie viel weniger Probleme mit Nachführfehlern – dazu später mehr), wählen Sie beispielsweise ISO-800 und eine Belichtungszeit von beispielsweise 15 bis 30 Sekunden. Wenn Sie sich für einen schönen Vordergrund entscheiden, haben Sie bereits einen guten Start für ein mögliches neues Hobby: Astrofotografie. Versuchen Sie dann, die Sternbilder, die Sie aufgenommen haben, auf Ihrem Foto zu finden. Dazu können Sie ein Planetariumsprogramm verwenden (mehr dazu weiter unten).

Wie vermeide ich streifenförmige Sterne?

Wenn Sie ein Astrofoto machen, werden Sie feststellen, dass bei einer Belichtungszeit von etwa einer Sekunde im Grunde genommen nicht viel zu sehen ist: Das aufgezeichnete Signal ist zu schwach. Daher sollten Sie eine längere Belichtungszeit wählen. Die meisten Kameras bieten standardmäßig Belichtungszeiten von bis zu 30 Sekunden. Wenn Sie nun ein Sternenfoto mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden machen, werden Sie feststellen, dass die Sterne nicht als Punkte, sondern als Streifen abgebildet werden. Und das möchten Sie natürlich nicht. Der Grund dafür ist einfach: Die Erde dreht sich in 24 Stunden einmal um ihre eigene Achse. Wenn man die Erdoberfläche als feststehend betrachtet, kann man auch sagen, dass die Sterne ständig in Bewegung sind. Bei kurzen Belichtungszeiten fällt das nicht auf, bei längeren schon. Siehe unseren Abschnitt„Sternspuren fotografieren“. Manchmal möchte man aus ästhetischen Gründen aber gerade sternförmige Spuren, aber das ist eine andere Geschichte. Schauen Sie sich dann die andere Rubrikseite an.

Wir gehen davon aus, dass Sie, wenn Sie Sterne und die Milchstraße fotografieren möchten, dies so scharf und mit so viel Detailgenauigkeit wie möglich tun möchten. Bei langen Belichtungszeiten müssen Sie daher ein Nachführsystem verwenden. Ein solches System besteht immer aus einer kleinen Plattform, die sich mit der gleichen Geschwindigkeit wie der Himmel dreht, d. h. eine Umdrehung pro Tag. Sie „sehen” das Nachführsystem als solches nicht laufen, weil es so langsam ist, aber es folgt tatsächlich der Bewegung der Sterne.

Es gibt verschiedene Nachführsysteme. Wir stellen hier zwei davon vor: Das erste ist eine Nachführmontierung. Diese ist robust und für schwere Lasten wie echte Teleskope oder schwere Teleobjektive ausgelegt. Ein Beispiel hierfür ist die renommierte Astro-Physics 900 GTO -Montierung. Das zweite ist ein besonders kompakter Motor, den Sie auf Ihr normales Stativ setzen können. Ein Beispiel hierfür ist der Move Shoot Move (abgekürzt MSM). Ein solches winziges Nachführsystem ist ein Leichtgewicht, das Sie einfach in Ihren Rucksack stecken und überallhin mitnehmen können. Ideal also, um beispielsweise in den Bergen oder auf dem Land schöne Nachtaufnahmen (Milchstraßenaufnahmen) zu machen.

Hier ein Beispiel für einen Ausschnitt des Himmels, aufgenommen mit einem 20 mm f/1,4 L-Weitwinkelobjektiv. Die Belichtungszeit betrug 30 Sekunden. Links sehen Sie das Original ohne Nachführung, rechts mit aktiviertem Move Shoot Move. In der zweiten Reihe sehen Sie einen Ausschnitt aus der oberen linken Ecke des entsprechenden Originals in der ersten Reihe.

Why are the lines not always the same length everywhere?

Es gibt zwei Faktoren, die bestimmen, wie lang die Sternspuren auf einem bestimmten Foto sein werden:

1) Alle Sterne drehen sich um einen Punkt: diesen Punkt nennt man den Polarstern. Der Polarstern befindet sich auf der Nordhalbkugel der Erde, ungefähr in der Verlängerung der Achse, um die sich die Erde dreht. Alle Sterne drehen sich also sozusagen um den Polarstern. Je weiter man sich vom Polarstern am Himmelsfirmament entfernt, desto größer ist die scheinbare Geschwindigkeit des Sterns. Ein Stern, der sehr weit von diesem zentralen Stern entfernt ist, beispielsweise am Himmelsäquator, bewegt sich schneller und hinterlässt daher einen größeren Streifen auf dem Foto.

2) Je länger die Brennweite des Objektivs ist, mit dem Sie fotografieren, desto länger ist der Sternstreifen. Bei längeren Brennweiten vergrößern Sie nämlich den Himmel und damit auch den Streifen. Wenn Sie also mit einem Weitwinkelobjektiv von beispielsweise 10 mm 10 Sekunden lang belichten, werden Sie quasi keine Sternspuren sehen. Wenn Sie dasselbe mit einem 400-mm-Teleobjektiv tun, werden Sie bereits sehr deutliche Spuren sehen.

Deshalb ist es immer besser, ein Nachverfolgungssystem zu verwenden. Dann müssen Sie sich nie die Frage stellen: Werde ich Spurrillen bekommen oder nicht?

Welche Belichtungszeit sollte ich wählen, um eine Streifenbildung an den Sternen zu vermeiden?

Wir stellen uns also folgende Frage: Angenommen, ich verwende keinen Nachführmechanismus, wie viele Sekunden darf ich dann bei einer bestimmten Brennweite belichten, um keine Spuren zu hinterlassen?

Wenn Sie einen Nachführmechanismus verwenden, können Sie grundsätzlich stundenlang ohne jeglichen Nachführfehler belichten. In diesem Fall hängt es von der mechanischen Genauigkeit des Mechanismus und der Genauigkeit ab, mit der Sie ihn eingestellt haben. Sind beide in Ordnung, können Sie grundsätzlich unbegrenzt lange fotografieren.

Wenn Sie keinen Nachführmechanismus haben, gibt es zwei häufig verwendete Regeln, um die maximale Belichtungszeit für eine bestimmte Brennweite zu berechnen.

1. Die 500er-Regel (die einfachste)
Diese Regel besagt:

Beispiel:
Objektiv = 24 mm auf Vollformat → 500 / 24 ≈ 20 s
Objektiv = 50 mm → 500 / 50 = 10 s
Wenn Sie eine APS-C- oder MFT-Kamera verwenden, müssen Sie die Brennweite zunächst mit dem Cropfaktor multiplizieren.

Dies verhindert in der Regel grob, dass Sterne zu Streifen werden. Astrofotografen mit höherer Auflösung verwenden jedoch andere Werte als die 500, eben weil man heutzutage mit sehr kleinen Pixeln arbeitet:

BeispielFür meine Canon EOS R5 mit 40-Megapixel-Sensor erhalte ich mit der 200er-Regel folgende Werte:
- 10 mm Weitwinkel: 20 Sekunden
- 24 mm Weitwinkel: 8 Sekunden
- 50 mm Standardobjektiv: 4 Sekunden
- 100 mm Teleobjektiv: 2 Sekunden

2. Die NPF-Regel (genauer)

Die 500er-Regel ist eigentlich recht grob. Diese NPF-Regel berücksichtigt:
1) Brennweite
2) Blende
3) Pixelgröße Ihres Sensors

Formel (vereinfacht):

Es gibt Apps, die dies automatisch berechnen(PhotoPills, PlanIt!).

Wie erkenne ich ein gutes Astrofoto?

Wenn Sie Ihre ersten Astrofotos (objektiv) betrachten, werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass hier und da etwas nicht stimmt. Wir besprechen hier einige häufige Mängel einer guten Astrofotografie.

Schärfe

Ein gutes Astrofoto zeichnet sich dadurch aus, dass die Sterne und damit alles andere gestochen scharf abgebildet sind. Viele Menschen schenken dem Fokussieren zu wenig Aufmerksamkeit. Nun ja, bei etwas wie einem nächtlichen Himmel, der sehr lichtschwach ist, kann dies zu einigen Herausforderungen führen. Deshalb dieser Tipp: Wählen Sie einen bestimmten hellen Stern aus, vergrößern Sie ihn so weit wie möglich und stellen Sie Ihr Objektiv, sofern es über diese Möglichkeit verfügt, auf„manuelle Fokussierung“ ein. Dannfokussieren Siemanuell auf diesen hellen Stern. Sobald Sie scharfgestellt haben, lassen Sie das Objektiv auf dieser Fokussierung stehen.

Hinweis: Bei einer langen Beobachtungssitzung kann es vorkommen, dass sich Ihr Objektiv abkühlt (im Winter) oder erwärmt (im Sommer). Dadurch kann es vorkommen, dass bei der Erstellung von Zeitreihen (das ist das Aufnehmen mehrerer Bilder hintereinander – mehr dazu weiter unten) die Schärfe im Laufe der Zeit nicht mehr korrekt ist. Dies macht sich vor allem bei der Arbeit mit längeren Brennweiten bemerkbar. Überprüfen Sie daher gelegentlich die Schärfeeinstellung. Gehen Sie nicht einfach davon aus, dass sie während der gesamten Beobachtungssitzung konstant bleibt.

Linsenfehler

Linsen sind niemals perfekt. Ich wiederhole: Linsen sind niemals perfekt. Selbst wenn Sie die teuersten Linsen der Welt besitzen, lässt sich immer irgendwo ein Fehler im damit aufgenommenen Bild (Foto) feststellen. Wir werden hier nicht alle möglichen Fehler ausführlich erläutern, aber zusammenfassend lässt sich sagen: Farbfehler (chromatische Aberration), Verzerrungsfehler (Tonbildung, Astigmatismus = gestreckte Sterne, besonders sichtbar in den Ecken des Fotos) und Vignettierung (dies sieht man als dunkle Ecken und eine hellere Mitte Ihres Fotos).

Bei einem guten Astrofoto werden Sie deutlich weniger (im Idealfall gar keine) solcher Fehler sehen. Überprüfen Sie Ihr Ergebnis daher immer auf die drei genannten Arten von Linsenfehlern.

Nun ja, was kann man tun, um diese Linsenfehler zu vermeiden oder zu minimieren? Es gibt folgende Möglichkeiten:
1) Wählen Sie eine technisch möglichst gute Linse: Verlassen Sie sich nicht auf die Angaben des Herstellers (auch wenn dieser ausdrücklich angibt, dass diese oder jene Linse speziell für Astrofotografiezwecke hergestellt wurde). Schauen Sie sich Bewertungen des betreffenden Objektivs an, sehen Sie sich Fotoergebnisse anderer Amateurastronomen an, fragen Sie in einer öffentlichen Sternwarte um Rat (in Flandern finden Sie diese unter volkssterrenwachten.be) usw.
2) Wenn Sie Objektivfehler haben, sollten Sie wissen, dass diese in der Regel abnehmen, wenn Sie das Objektiv mit einer kleineren Blende verwenden. Einfach ausgedrückt: Wenn Sie statt f/1,4 eine Blende von f/2,8 (bei einem bestimmten Objektiv) verwenden, erzielen Sie mit f/2,8 ein besseres Ergebnis. Warum? Ganz einfach: Bei einer kleineren Blende nutzen Sie eher die zentralen Teile des Objektivs, die äußeren Lichtstrahlen werden abgeschnitten. Und genau darin liegt die Schwäche dieser Lösung: Wir möchten unsere Objektive eigentlich nicht unterauslasten, denn schließlich möchten wir so viele Photonen wie möglich auf unserem Sensor einfangen. Aber gut, es ist ein Kompromiss. Wenn Sie gestochen scharfe Fotos mit wenigen Linsenfehlern möchten und sich keine teuren Objektive leisten können, können Sie durchaus auf diese Maßnahme zurückgreifen.

Nebenbei bemerkt: Man könnte nun meinen, dass man immer mit einer möglichst kleinen Blende arbeiten sollte. Denn wer möchte nicht, dass die Linsenfehler minimiert werden? Nun, diese Argumentation ist nicht richtig! Denn es gibt noch einen anderen Effekt, der hier eine Rolle spielt. Angenommen, Sie verwenden Blendenwerte in der Größenordnung von f/16, f/20, f/22 usw., dann werden Sie feststellen, dass die„Auflösung”(auch als Detailgenauigkeit bezeichnet) abnimmt. Dies ist auf das physikalische Phänomen der„Beugung”zurückzuführen. Wir werden hier nicht weiter darauf eingehen. Bei den meisten Objektiven erzielen Sie optimale Schärfe, Auflösungsvermögen und minimale Linsenfehler zwischen einer oder zwei Blendenstufen über der maximalen Blende Ihres Objektivs und maximal bei f/5,6 bis f/8. Wenn Sie höher gehen, was Sie bei der normalen Astrofotografie so gut wie nie tun, weil Sie so viel Licht wie möglich einfangen möchten, nimmt die Bildqualität ab. Manchmal ist das sehr subtil, aber dennoch vorhanden. Seien Sie sich dessen bewusst. Dies kann für Landschaftsfotografen von Bedeutung sein. Angenommen, Sie möchten ein Milchstraßenfoto mit einem schönen, detailreichen Vordergrund aufnehmen, dann kann all dies eine Rolle spielen. Sie fotografieren also die Milchstraße mit den hier besprochenen Techniken und den Vordergrund separat mit einer normaleren Belichtung. Anschließend fügen Sie die beiden Fotos zusammen.

Rauschen

Um ein Astrofoto zu machen, braucht man nicht nur ein Objektiv (auf einem Stativ), sondern auch einen Sensor. Wir werden hier nicht zu sehr auf die verschiedenen Arten von Sensoren eingehen (CCDs, CMOS, hintergrundbeleuchtete Sensoren oder nicht, usw.). Sie alle haben eines gemeinsam: Egal wie gut sie auch sein mögen, sie erzeugen immer etwas Rauschen. Rauschen ist eigentlich ein Signal, das nicht von der Lichtquelle (Stern, Milchstraße usw.) stammt, sondern aufgrund der Einschränkungen des Sensors einfach aus dem Nichts kommt.

Um ganz korrekt zu sein, muss ich eigentlich auch sagen, dass Rauschen nicht nur vom Sensor verursacht wird. Nicht alle Photonen eines Sterns beispielsweise treffen mit derselben Geschwindigkeit auf Ihren Sensor. Es kann also zu gewissen Abweichungen kommen. Und auch das ist Rauschen.

Es stellt sich also erneut die Frage: Was kann man „um Himmels willen“ (snap j’em 😉 ) dagegen tun? Nun, auch hier sind Sie nicht völlig machtlos:

1) Wählen Sie einen möglichst guten Sensor. Der eine Sensor erzeugt nun einmal mehr Rauschen als der andere. Auch hier gilt: Lesen Sie Bewertungen, sprechen Sie mit anderen Amateurastronomen, sehen Sie sich deren Ergebnisse an. In der Regel gilt: Je teurer die Kamera, desto weniger Rauschen wird aufgezeichnet.

2) Entscheiden Sie sich nicht sofort für einen Sensor mit der höchsten Pixelanzahl. Manche Menschen sind davon besessen, mit einer möglichst hohen Auflösung zu arbeiten. Beachten Sie jedoch, dass eine hohe Auflösung bedeutet, dass mit sehr kleinen Pixeln gearbeitet wird. Und je kleiner die Pixel, desto weniger Photonen können gespeichert werden. Bei gleicher Rauschmenge können also weniger Photonen gespeichert werden. Oder anders ausgedrückt: Das Signal-Rausch-Verhältnis, das Sie eigentlich so groß wie möglich haben möchten, ist schlechter als bei der Arbeit mit großen Pixeln. Zusammenfassend lässt sich sagen: Eine Kamera mit beispielsweise 24 Megapixeln schneidet in Bezug auf das Signal-Rausch-Verhältnis besser ab als beispielsweise eine Kamera mit 40 Megapixeln (vorausgesetzt, alle anderen Parameter des Sensors sind natürlich gleich).

3) Versuchen Sie, längere Belichtungszeiten zu wählen: Je länger die Belichtung, desto mehr Signalgewinn erzielen Sie. Dabei müssen Sie jedoch darauf achten, dass Ihr Foto nicht überbelichtet wird. Das kann schnell passieren, wenn Sie hier bei uns, wo es viel Lichtverschmutzung gibt, länger belichten. Wenn Sie sich jedoch an wirklich dunklen Orten befinden, wie beispielsweise in den tiefen Ardennen oder im Morvan, können Sie problemlos Belichtungszeiten von 2 Minuten und mehr wählen (anstelle von 15 Sekunden bei uns – um nur ein Beispiel zu nennen).

Canon EOS-1D Mark II mit EF 16 mm Objektiv, f/3,5, 120 Sekunden, ISO-800 (Morvan, Frankreich)
Beachten Sie, dass die Blende etwas verkleinert wurde, um die schlimmsten Objektivfehler zu vermeiden.
Der schräge Streifen, den Sie oben rechts im Bild sehen, ist ein Meteor (ein Stück Gestein, das durch die Erdatmosphäre fliegt und dort erhitzt wird, weil es mit unglaublicher Geschwindigkeit mit der Luft in Kontakt kommt).
– Klicken Sie auf das Foto, um es in einem größeren Format anzuzeigen. –


3) Wählen Sie eine möglichst niedrige ISO-Einstellung. Beachten Sie, dass Ihre Kamera unabhängig von der gewählten ISO-Einstellung immer die gleiche Menge an Photonen erfasst. Wenn Sie eine höhere ISO-Einstellung wählen, erhöhen Sie lediglich die elektronische Verstärkung Ihrer Kamera. Beachten Sie dabei, dass Sie damit auch das Rauschen verstärken. Natürlich werden Sie keine andere Wahl haben, als einen etwas höheren ISO-Wert einzustellen (da das Signal sonst zu schwach ist), aber bedenken Sie, dass Sie damit auch das Rauschen verstärken. Normalerweise steigt das Rauschen schneller an als der Gewinn, den Sie durch ein stärkeres Signal erzielen. Es handelt sich also um einen Kompromiss. Bei den ersten Kameras war es am besten, den ISO-Wert auf etwa ISO 800 zu begrenzen, die neuen Kameras können problemlos ISO 3200 oder sogar ISO 6400 (oder manchmal sogar noch mehr) verarbeiten.

4) Die letzte Technik, mit der Sie das Rauschen in Ihren Aufnahmen reduzieren können, ist die Zeitrafferaufnahme. Das bedeutet, dass Sie mehrere Aufnahmen derselben Szene am Himmel machen. Vielleicht denken Sie jetzt: „Dann haben Sie doch sozusagen zehnmal dasselbe verrauschte Ergebnis?“ Das stimmt natürlich, aber dann kommen die Gesetze der Statistik ins Spiel. Durch die statistische Verarbeitung aller Aufnahmen verbessert sich das Signal-Rausch-Verhältnis: Alle Fotos werden addiert (wir „stapeln“ die Fotos – so nennen wir diese Vorgehensweise) und der Durchschnitt wird berechnet. Aufgrund der Natur des Rauschens wird das Rauschen stark ausgeglichen. Rauschen hat nämlich einen zufälligen Charakter und der Durchschnitt der „Zufälligkeit“ ist... null! Und genau das ist unser Ziel. Je mehr Aufnahmen Sie also von ein und derselben Szene machen, desto besser wird das „gestapelte“ Foto.

5) Manchmal wirst du feststellen, dass dein Foto mit hellen, farbigen Pixeln (Bildpunkten) übersät ist. Wir nennen diese Hot Pixel. Wir können dies auch als eine Art „festes Rauschen” betrachten. Es wird durch Fehler im Sensor selbst verursacht. Dagegen können Sie selbst nicht viel tun. In High-End-Kameras gibt es jedoch eine Option, um diese Hot Pixel zu entfernen. Dazu macht die Kamera nach jeder Aufnahme noch eine sogenannte Dunkelaufnahme (ein „Dark Frame”) von gleicher Dauer wie die eigentliche Aufnahme. Bei dieser Dunkelaufnahme wird kein Licht hereingelassen: Es ist, als wäre die Gegenlichtblende auf dem Objektiv. Im Prinzip sollte die Kamera nichts registrieren, da kein Licht hereinkommt. Auf einem solchen Dark Frame werden jedoch die Hot Pixel erscheinen. Wenn Sie nun diesen Dark Frame von Ihrer Aufnahme abziehen, verschwinden diese Hot Pixel aus Ihrer Aufnahme. Der Nachteil dieser Vorgehensweise ist, dass Sie nur die Hälfte der Zeit mit der Verarbeitung echter Photonen beschäftigt sind. Die anderen 50 % der Zeit ist die Kamera mit der Erstellung der Dark Frames beschäftigt.
Begeisterte Astrofotografen führen diesen Vorgang selbst durch: Sie sorgen dafür, dass sie einen guten Dark Frame haben. Danach machen sie alle normalen Fotos. Anschließend ziehen sie selbst das Dunkelbild ab. Auf diese Weise können Sie fast 100 % Ihrer Zeit damit verbringen, echte Photonen zu sammeln. Das macht einen enormen Unterschied in Bezug auf die Produktivität. Wir haben ohnehin nicht so viele wolkenlose Nächte, daher ist es wichtig, so effizient wie möglich zu arbeiten, wenn einmal keine Wolken am Himmel sind. 😉

Farben

Ein gutes Astrofoto zeichnet sich auch dadurch aus, dass alle Farben korrekt wiedergegeben werden. Einige Punkte erfordern dabei besondere Aufmerksamkeit.


1) Ein häufig auftretendes Problem bei Astrofotos ist, dass der Hintergrund nicht perfekt schwarz ist . Meistens liegt dies an einer starken Lichtverschmutzung. In der Regel weist das Foto einen orange-rötlichen Schimmer auf, der meist von den gelben Natriumdampflampen stammt, die früher als Straßenbeleuchtung installiert wurden. Nach und nach wird nun auf weißeres LED-Licht umgestellt. Auch diese Lampen verursachen noch Lichtverschmutzung. Es ist daher am besten, einen wirklich dunklen Ort zu suchen, weit weg von der Zivilisation. Solche Orte können ländliche Gebiete (weit entfernt von Städten), Waldgebiete (z. B. die Ardennen) oder Berggebiete (wo es in der Regel eine geringere Bevölkerungsdichte gibt) sein. Je dunkler der Himmel, desto schöner wird der schwarze Hintergrund sein. Das gesamte Foto wird besser zur Geltung kommen.

2) Wenn Sie eine normale Kamera verwenden, um die Milchstraße aufzunehmen, werden Sie feststellen, dass bestimmte nebelartige Strukturen auf Ihrem Foto nicht deutlich zu sehen sind . Das liegt daran, dass diese Bereiche viel H-Alpha-Strahlung abgeben. Die Wellenlänge dieser Strahlung wird in einer normalen Kamera blockiert, da sie vor dem Sensor einen UV/IR-Filter hat. Die rosa-rote H-Alpha-Strahlung kann diesen Filter nur sehr schwer durchdringen. Aus diesem Grund kommen viele Nebel auf Fotos, die mit klassischen Fotoapparaten aufgenommen wurden, nicht gut zur Geltung. Die Lösung? Verwenden Sie eine echte CCD-Kamera oder eine Standardkamera, bei der der UV/IR-Filter entfernt wurde. Es gibt bestimmte Firmen, die sich auf Letzteres spezialisiert haben. Einige Kamerahersteller bringen manchmal selbst eine spezielle Version ihrer normalen Kameras heraus, jedoch für Astrofotografiezwecke. Modelle, die dieses H-Alphalicht durchlassen. Ich selbst habe früher die spezielle Canon EOS 20Da-Version verwendet (beachten Sie den kleinen Buchstaben „a”, der das Astrofotografie-Modell kennzeichnet). Heute gibt es das Modell Canon EOS 6Da Mark II . Sie können es beispielsweise in diesem belgischen Astroshop kaufen.

Wie erkenne ich ein gutes Milchstraßenfoto?

Selbstverständlich müssen zunächst alle im vorherigen Abschnitt beschriebenen Anforderungen erfüllt sein. Das scheint mir offensichtlich. Auf einem guten Foto der Milchstraße sind jedoch mindestens folgende Elemente zu sehen:
1) braune und dunkle Staubbänder
2) große kugelförmige Sternhaufen
3) große, ausgedehnte H-Alpha-Bereiche (rötliche Farbe)
4) bei Weitwinkelaufnahmen: andere nahegelegene Galaxien wie z. B. M31 Andromeda-Nebel oder, wenn Sie sich auf der südlichen Hemisphäre der Erde befinden, die Große und/oder Kleine Magellansche Wolke. Es handelt sich dabei um sogenannte Begleiter unserer eigenen Milchstraße.

Wenn diese Dinge schön und scharf auf Ihrem Foto abgebildet sind, dann haben Sie ein gutes Milchstraßenfoto!

Tipp: Ein Foto der Milchstraße gelingt immer besser, wenn die Milchstraße hoch am Himmel steht. Bei uns ist das im Sommer der Fall. Nutzen Sie diese hohe Position, auch wenn die Nächte dann weniger lang dunkel sind. Warten Sie jedoch, bis die Dämmerung vollständig verschwunden ist und der Nachthimmel richtig dunkel ist.

Einige Fotografen auf diesem Globus haben sich wirklich auf Milchstraßenfotografie spezialisiert. Sie machen sogenannte„Nachtlandschaften“:Dabei handelt es sich eigentlich um nächtliche Landschaftsfotos, in denen die Milchstraße eine herausragende Rolle spielt. Sehr schön ist es, wenn man mit einem Ultraweitwinkelobjektiv, manchmal auch durch das Aneinanderfügen von Fotos, die Milchstraße von Horizont zu Horizont auf einmal einfängt. Dazu wird immer etwas Attraktives in den Vordergrund gestellt: ein See, Felsen in einem Naturpark, Berge, eine Mühle ... was auch immer. Manchmal werden diese Vordergrundobjekte etwas beleuchtet (zum Beispiel mit einer LED-Laufleuchte). Beachten Sie, dass es sich bei all diesen Aufnahmen fast immer um sogenannte Kompositaufnahmen handelt: eine (möglicherweise gestapelte) Aufnahme für die Milchstraße und eine andere (manchmal ebenfalls gestapelte) Aufnahme für den Vordergrund.

Möchten Sie es selbst einmal ausprobieren? Schauen Sie sich zunächst Beispiele auf Cosmic Captures oder in Google Bilder an. Beeindruckend, nicht wahr?

Wo finde ich den besten Ort, um Sterne und die Milchstraße zu fotografieren?

Wenn Sie die besten Astrofotos machen möchten, sollten Sie sich nach einem wirklich dunklen Ort umsehen. Diese sind in unseren Breitengraden eher selten geworden. Es gibt sogenannte „Lichtverschmutzungskarten”. Als Beispiel zeige ich Ihnen eine allgemeine Karte für Westeuropa. Die blauen Zonen sind die Gebiete, in denen es so gut wie keine Lichtverschmutzung gibt. Denken Sie beispielsweise an den südlichen Teil Frankreichs, die Bretagne ... Eine erste große blaue Zone für uns hier in Französisch- und Westflandern ist der Morvan in Frankreich.

Es gibt auch ein kleines Gebiet in den französischen Ardennen. Im Jahr 2005 fanden wir eine angenehme Ferienunterkunft im Weiler Talma in Grandpré (in den französischen Ardennen). Es handelt sich um die Gîte Chez la Grand-Mère (Google Maps). Es können maximal 12 Personen übernachten. Seit wir diese Ferienwohnung entdeckt haben, sind bereits Hunderte von Amateurastronomen unserem Beispiel gefolgt und haben dort ein Astrofotografie-Camp veranstaltet. Manchmal ist es dort sehr feucht. Wir waren auch schon dort, als wir aufgrund anhaltenden Nebels so gut wie nichts tun konnten. Die Taubildung ist ein ständiges Thema. Aber gut, es ist dort immer noch ziemlich dunkel.

Wussten Sie, dass es in den meisten Ländern Vereinigungen gibt, die sich aktiv gegen Lichtverschmutzung einsetzen, die Menschen darüber informieren usw.? In Belgien ist dies die Arbeitsgruppe Lichtverschmutzung der Vereinigung für Astronomie: WebsiteFacebook. International gibt es die Organisation Dark Sky: WebsiteFacebook.

Ist Astrofotografie in der Gruppe sinnvoll?

Das Fotografieren in der Gruppe hat einige klare Vorteile: Man kann sich jederzeit an seine Mitreisenden wenden, um Rat und Hilfe zu erhalten, manchmal auch für eine schnelle Lösung in Bezug auf die Ausrüstung. Wenn es bewölkt ist, hat man immer Gesellschaft, eventuell kommen auch die Partner mit, man lernt immer etwas von den anderen und umgekehrt lernen sie auch etwas von einem selbst und so weiter.

Ein großer Vorteil der Organisation eines Camps ist, dass man sich Zeit für die Erstellung eines guten Astrofotos nehmen kann. Es erfordert nun einmal einige Anstrengungen, um ein schönes Foto zu machen. Man entscheidet gemeinsam, in welches dunkle Gebiet man fahren wird, mit wie vielen Personen, für wie lange, unter welchen Bedingungen usw. Die meisten Astro-Camps, an denen ich teilgenommen habe, lieferten in der Regel schöne Astrofotos. Und: Die Kosten werden geteilt.

Du musst aber unbedingt dafür sorgen, dass du klare Absprachen triffst. Du willst schließlich nicht, dass Leute unnötig Licht machen, wenn du beobachtest, gegen deine Ausrüstung stoßen, Lärm machen, während du schläfst, dich ständig aus der Konzentration bringen, während du arbeitest, und so weiter. Die Teilnehmer müssen also gut miteinander auskommen. Das ist nicht immer einfach. Spannungen entstehen natürlich auch leichter, wenn es tagelang bewölkt ist. 😉 Auch finanziell sollten Sie gute Vereinbarungen treffen, denn„gute Vereinbarungen machen gute Freunde“.

Alles in allem ist es also auf jeden Fall von Vorteil, gemeinsam loszuziehen, ganz sicher.

Wie vermeide ich Kondenswasserbildung auf meinem Objektiv?

Es kann abends und nachts erheblich abkühlen. Das ist umso mehr der Fall, wenn es eine wolkenlose Nacht ist: Die Wolken bilden nämlich eine Decke, die dafür sorgt, dass die Temperatur weniger schnell sinkt. Da die Temperatur stark sinkt und oft viel Wasserdampf in der Atmosphäre vorhanden ist, verwandelt sich der Wasserdampf zunächst in sehr kleine Wassertropfen auf den Oberflächen, die am kältesten sind. Das sind also Oberflächen wie beispielsweise Metallgegenstände, die besonders schnell abkühlen. Auch Glasoberflächen (Linsen) können stark abkühlen, wodurch sie mit einer besonders feinen Schicht aus Wassertropfen bedeckt werden können : Tau. Sie werden feststellen, dass beim Erstellen von Zeitreihen der Kontrast innerhalb der Fotos abnimmt, je weiter sich der Tau bildet. Letztendlich ist es sogar möglich, dass die Aufnahmen völlig unbrauchbar werden.

Wie kann man das vermeiden? Ganz einfach: indem man das Objektiv warm hält. Dafür gibt es spezielle Heizbänder, die Sie um das Objektiv wickeln. Natürlich sollten Sie nicht versuchen, das gesamte Objektiv zu stark zu erwärmen, sondern nur so weit, dass sich kein Tau darauf bildet. Schauen Sie sich beispielsweise bei Astroshop an, wie ein solches Heizband aussieht und wie viel es kostet. Auf jeden Fall nützlich für den begeisterten Astrofotografen.

Tipp: Früher wurden solche Heizbänder in der Regel mit einer Autobatterie betrieben. Heute gibt es auch USB-C-Modelle, die Sie an eine Powerbank anschließen können. Das ist sehr praktisch.

Wie finde ich einen bestimmten Nebel oder Kugelsternhaufen am Himmel wieder?

Amateurastronomen, zumindest die praktisch veranlagten, finden sich am Himmel gut zurecht. Ich gehöre nicht zu dieser Gruppe. Was macht man dann? Nun, früher hatte man ein Problem, aber heute glücklicherweise nicht mehr. 😉

Es gibt mittlerweile verschiedene Programme und Websites, die für jeden Ort der Welt und für jeden Zeitpunkt genau anzeigen, wie der Sternenhimmel dort aussieht. Wir nennen das Planetariumssoftware. In diesen Programmen können Sie auch angeben, welches Objekt Sie suchen: z. B. M42, den Orionnebel, den Pferdekopfnebel, den Schleiernebel ... und so weiter. Verwenden Sie also ein Planetariumsprogramm, um sich zwischen den Sternbildern im Allgemeinen und den Himmelsobjekten im Besonderen zurechtzufinden. Nachstehend finden Sie verschiedene Links zu solcher Planetariumssoftware/Websites.

Wussten Sie schon, dass ... top.vlaanderen alle besprochenen Websites, und das sind mittlerweile mehr als 300, sofort einen Link zu Stellarium und In The Sky generiert: So sehen Sie sofort, welchen Sternenhimmel Sie dort zu sehen bekommen. Sehr praktisch. Kein Suchen mehr und viel Zeitersparnis.

Internetinformationen von und über das Fotografieren von Sternen und der Milchstraße

Wikipedia Informationen über:
– Astrofotografie (DE - FR - UND)
– die Milchstraße (DE - FR - UND)
– Lichtverschmutzung (DE - FR - UND)

YouTube über:
- Nachtlandschaften Milchstraße

Lichtverschmutzungskarten:
- Karte des dunklen Himmels

Interessante Websites:
Königlich-Niederländische Vereinigung für Meteorologie und Astronomie (KNVWS): Website
Verein für Astronomie (VVS) : Website
Französischer Astronomischer Verband (AFA): Website
Flämische Volkssternwarten: Website

Interessant Planetariumsprogramme:
- Stellarium
- Im Himmel

Beispiele für Astrofotos

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